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Augenoptik Müller

Wir dürfen unser Unternehmen in der fünften Generation führen. Es ist uns eine Ehre und Verpflichtung gegenüber unseren Kunden, die über 140 Jahre bewährte Qualität und Fachkompetenz des Hauses Müller zu halten, zu stärken und weiterzuentwickeln.

Die ganze Geschichte...

Das Rhauderfehn - gegründet 1769 - wo einst Hochmoorflächen sich ausbreiteten, hält der Mensch Einzug. Kanäle werden angelegt, das Moor wird entwässert und abgegraben, von Menschen angelegte Siedlungen entstehen in der einstigen Einöde. Schwer hatten es die ersten Siedler im Land over de Leda. Härteste körperliche Arbeit und zum Teil geringste Erträge, die nur ein Leben am Existenzminimum zuließen, prägten damals das Wort: Des Ersten Tod, des Zweiten Not, des Dritten Brot!

So ist es kein Wunder, dass es gut dreier Generationen bedurfte, bis sich im Rhauderfehn so etwas wie eine "Geschäftswelt" aufbaute. Zunächst lediglich das anbietend, was zum Leben unbedingt benötigt wurde, vergrößerte sich ab der zweiten Hälfte des Neunzehnten Jahrhunderts das Angebot um Dinge, wie wir heute sagen würden, des täglichen Gebrauchs. Bei aller Not hatten es einige Siedler zu bescheidenem Wohlstand gebracht. Viele Fehntjer fuhren beispielsweise zur See und brachten Geld mit nach Hause. In dieser Zeit, man schreibt das Jahr 1873, entschlossen sich der damals 25-jährige Uhrmachermeister Simon Müller aus Logabirum, gemeinsam mit seiner Frau Talke, geb. Buscher im Rhauderfehn ein Uhrengeschäft zu gründen. Am 15. August des Jahres starteten Simon und Talke Müller in der Rhauderwieke, dort wo heute die Ruine des ehemaligen Möbel Wilts steht, ihren Weg in die Selbstständigkeit. (übrigens konnte man, solange das alte Haus stand, also bis in die neunzehnhundertsechziger Jahre hinein, auf einem übermalten Putzstreifen an der nördlichen Wand noch die Worte: "Uhrengeschäft von Simon Müller" lesen.)

Dass sich das Wort "Selbstständig" aus Selbst und Ständig zusammensetzt, lernten sowohl sie, als auch die nachfolgenden Generationen kennen. Urlaub oder geregelte Öffnungszeiten gab es nicht. Wann immer ein Kunde vor der Tür stand, so wurde er auch bedient, schließlich wohnte man im Geschäft und konnte den Umsatz gut gebrauchen. Der geschäftliche Erfolg des Simon Müller und seiner Frau ließ die beiden bald an ihre räumlichen Grenzen stoßen. Im Jahre 1909 entschloss man sich, den Firmensitz von der Rhauderwieke in das damalige Zentrum des Oberledingerlandes, das Untenende, zu verlegen. Die Geschäftsräume befanden sich nun im Hause Kluin, später Vogelsang, direkt neben dem General-Anzeiger. Der Firmengründer Simon Müller verstarb bald nach dem Umzug im Jahre 1910. Das Geschäft wurde durch seine Frau Talke weiter geführt.

Aus der Ehe des Simon Müller mit Talke Buscher ging ein Sohn hervor, der auch den Namen des Vaters trug. Dieser Simon Müller jr. heiratete die Hinrika Kleemann aus Potshausen. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor. Die Geburt des fünften Kindes, Hinrich, im Jahre 1910 veranlaßten den, zu dem Zeitpunkt noch lebenden, Vater Simon sen. und Mutter Talke dazu, dem Sohn mitzuteilen, dass er mit seiner Familie das Haus zu verlassen hätte, da die Familie zu groß geworden wäre und er sich etwas Eigenes aufbauen müßte.

Ohne große Barschaft musste nun die junge Familie Simon Müller von heute auf morgen für eine neue Bleibe sorgen. Mit Glück und Geschick konnte ein Grundstück am Anfang der Nordseite der Rajenwieke erworben und ein Geschäftshaus darauf errichtet werden.
Schnell erwarben sich Simon und Hinrika Müller an ihrem neuen Standort einen guten Ruf und konnten das neue Geschäft erfolgreich aufbauen. Um das Einzugsgebiet zu vergrößern und dem Laden neue Kunden zuzuführen, fuhr Simon Müller jede Woche, zunächst mit dem Rad, später mit einem sogenannten "Flink", einem Fahrrad mit Hilfsmotor, in das Saterland, wo er in einem Bäckerladen eine Reparatur-Annahmestelle einrichtete. Da es im Saterland keinen Uhrmacher gab, nahm die Bevölkerung dieses Angebot dankbar an und sorgte so für zusätzlichen Umsatz für das junge Geschäft. Nicht wenige Familien Saterlands sind dieser Beziehung bis auf den heutigen Tag treu geblieben!

Dass neben der geschäftlichen Tätigkeit auch noch Platz für private Aktivitäten blieb, zeigt die Tatsache, dass Simon Müller, der ein guter Turner war, eines der Gründungsmitglieder des Sportvereines war, aus dem später TuRa 07 hervorging.

Auch die Nachkommenschaft, zwei Mädels und drei Jungen entwickelte sich prächtig. Lini, die älteste Tochter heiratete Hermann Verlaat von Norderney, Gretchen, die jüngere Tochter heiratete den Schiffseigner Franko Bluhm und siedelte in Holterbarge.
Die drei männlichen Nachkommen, Gerhard, Simon und Hinrich erlernten alle drei das Uhrmacherhandwerk. Der potentielle Nachfolger Gerhard verstarb allerdings kurz vor Weihnachten im Jahre 1929.
In den folgenden Jahren nahm das Geschäft eine gute Entwicklung und etablierte sich als Uhrenfachgeschäft Simon Müller im Rajen. Das zunächst von der Gründergattin Talke weiter geführte Geschäft im Untenende wurde in dieser Zeit vom Rajen aus betreut und fungierte bis zur Übernahme durch den zweiten Sohn Simon nach dessen Heirat mit Greta Aits als Filiale.
Die Firmengründerin Talke Müller wohnte in ihren letzten Jahren in dem neuen Geschäftshaus im Rajen.

Die dunkelsten Jahre Deutschlands gingen auch an Westrhauderfehn nicht vorbei. Die Tatsache, dass es sich bei dem Vater des Firmengründers Simon Müller um einen zum Christentum konvertierten Juden handelte, brachte die Familie in Konflikt mit dem damaligen Rassengesetz. Willfährige Helfershelfer der damals Mächtigen sorgten dafür, dass sowohl Vater, als auch Sohn als nicht arisch reinrassig aus dem Sportverein, in dem der Vater als begeisterter Turner und der Sohn als talentierter Fußballer sich engagierten, ausgeschlossen wurden. Den Kriegsdienst mit der Waffe für das "Vaterland" durften gleichwohl beide leisten!

Die entbehrungsreiche Kriegszeit, in der beide Männer für "Führer, Volk und Vaterland" kämpfen mussten, hinterließ in der Firma eine kaum zu schließende Lücke. Hier zeigte sich aber das Format, die Willensstärke und das Durchsetzungsvermögen der Hinrika Müller. Sie allein hielt während dieser schwierigen Jahre den Geschäftsbetrieb aufrecht und sorgte dafür, dass nach Kriegsende das Uhrenfachgeschäft Simon Müller in Rajen immer noch existierte und nach Rückkehr des Ehegatten und des Sohnes, soweit es in dieser wirren Nachkriegszeit möglich war, den regulären Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen konnte.

Der Wiederaufbau Deutschlands brachte auch für das kleine Westrhauderfehner Unternehmen wirtschaftlichen Erfolg, es ging wieder aufwärts.
Der jüngste Sohn, Hinrich, führte in den nächsten Jahren zusammen mit seinen Eltern den Betrieb, der sich prächtig entwickelte. Besonders in der Vorweihnachtszeit klingelte die Kasse regelmäßig deutlich stärker. Umsatzstärkster Tag in der damaligen Zeit war der 24. Dezember, Heilig Abend! Viele Seeleute, Binnenschiffer und auswärtig arbeitende Kunden, die vorher noch keine Zeit gefunden hatten, für die Liebste daheim ein Geschenk zu besorgen, waren froh, noch ein Geschenk unter den Weihnachtsbaum legen zu können und kauften, was noch in der Auslage war. Umsatzstark war im protestantischen Oberledingerland allerdings auch die Zeit der Konfirmationen, zu der viele Konfirmandinnen und Konfirmanden ihre erste Uhr oder ein Schmuckstück von bleibendem Wert geschenkt bekamen.

Im Jahre 1956 verstarb, in Folge eines Unfalles, Simon Müller. Vier Jahre später folgte ihm seine Frau Hinrika, die über achtzigjährig, einem Krebsleiden erlag. Bis zum Ausbruch ihrer Krankheit hielt aber "Oma Ticktack", wie sie von vielen liebevoll genannt wurde, die Fäden der Firma fest in der Hand. Se was de Baas, sie war der Boss, wie man hierzulande zu sagen pflegt.
Hinrich Müller hatte noch während des Krieges durch Feldpostbriefe Johanna Warning aus Hamburg kennen gelernt und im September 1945 geheiratet. Im Mai des folgenden Jahres wurde ihr Sohn Reinhard, der später bei der Bundespost sein Auskommen fand, geboren. Der im Dezember 1949 geborene zweite Sohn, Werner, trat in die Fußstapfen seiner Vorfahren und seines Vaters.
Zusammen mit seiner Frau Hanna führte Hinrich Müller die Firma durch die, stark vom Wirtschaftswunder geprägten, Sechziger und Siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts.
Nach Abschluss der allgemeinbildenen Schule absolvierte der Sohn Werner Müller von 1966 bis 1969 an der staatlichen Uhrmacherschule in Hamburg-Altona eine Uhrmacherlehre, die er mit der Gesellenprüfung abschloss.
Auch Werner Müller musste seinen Dienst an der Waffe leisten und kam um die 18 Monate Bundeswehr nicht herum. Auf Anraten seines Vaters erlernte Werner Müller danach von 1971 bis 1974 beim Optiker Volker Fanselau in Oldenburg noch zusätzlich zu seinem Uhrmacherberuf das Augenoptikerhandwerk.

Bis in die Neunzehnhundertsiebziger Jahre hinein, so war es in großen Teilen Ostfrieslands üblich, wurden die meisten Brillenträger, in Ermangelung eines Fachbetriebes vor Ort, von den ansässigen Uhrmachern mit Sehhilfen versorgt. Die Verordnung der Brillen, die zur damaligen Zeit noch als Kassenleistung zu beziehen waren, erfolgte größtenteils durch die Hausärzte der Kunden.
Die Ausbildung zum Augenoptiker war ein absoluter Glücksgriff, entsprach doch dieses Handwerk genau den Neigungen des Werner Müller. Nach nicht einmal dreijähriger Lehre schloss er mit Auszeichnung seine Lehre als Augenoptikergeselle ab. Seine Gesellenjahre und die Vorbereitung auf die Meisterprüfung und die Meisterprüfung selbst absolvierte Werner Müller in führenden Läden im damals noch geteilten Berlin.
Als frisch gebackener Augenoptikermeister und Vater seines Sohnes Björn stieg Werner Müller, nach erfolgtem Umbau und Modernisierung, als erster selbstständiger Augenoptikermeister im gesamten Oberledingerland im September 1978 in die Firma ein.
Dass man mit der Einrichtung einer augenoptischen Fachabteilung richtig lag, zeigte sich in den folgenden Jahren, in denen die anfallende aufwändige Arbeit der Augenprüfungen, Kundenberatungen und die Anfertigung der verkauften Sehhilfen nicht mehr allein von einer Person geleistet werden konnte.

Mit einem Mitarbeiter an der Seite konnte der Geschäftsbereich nach einigen Jahren, natürlich nicht ohne vorherige intensive Fortbildung, auch um die Anpassung und Abgabe von Kontaktlinsen und vergrößernden Sehhilfen erweitert werden.
Im Jahre 1985 übernahm Werner Müller von seinem Vater, der 1990, achtzigjährig, verstarb, auch die Leitung der Uhren- und Schmuck-Abteilung und führte das Geschäft in eigener Verantwortung. Mit der Installation eines EDV-Systems im Jahre 1987 war Werner Müller einer der ersten Optiker im nordwestlichen Raum, der sich dieser damals neuen und revolutionären Technik bediente.

Auch aus Kindern werden Leute, und so entschloss Björn Müller nach Abschluss seiner Schullaufbahn, wie sein Vater, auch den Beruf des Augenoptikers zu erlernen. Bei Hans-Christian Busse in Hannover fand er einen Ausbildungsplatz und verdiente sich hier seine ersten Sporen als Lehrling, wie man damals die Auszubildenden noch zu nennen pflegte.

Um den wachsenden Ansprüchen der Kundschaft gerecht werden zu können und die vielfältigen Möglichkeiten, welche die moderne Augenoptik bietet, nutzen zu können, entschloss sich Werner Müller zum Ende des Jahrtausends, die Abteilung Uhren und Schmuck aufzugeben und sich mit aller Konsequenz auf sein Kerngeschäft, die Augenoptik, zu konzentrieren.
Auch hier lag Werner Müller mit dem abermaligen Umbau der Firma wieder richtig. Ein moderner augenoptischer Meisterbetrieb mit Einsatz der EDV, nicht nur im Bereich der Kundenverwaltung, sondern, per Video, auch in der Fassungs- und Glasberatung, gepaart mit einer ansprechenden Präsentation des Fassungsangebotes traf genau den Nerv der Kundschaft und war technisch weit der Zeit voraus. Immer wieder wurden Geräte angeschafft, die nicht nur die Arbeit einfacher, sondern auch die Ergebnisse effektiver machten.

Im Hinblick auf den Eintritt des Sohnes Björn in die Firma, der nach Beendigung seiner Lehrzeit als Augenoptikergeselle bei Dellas-Optik in Oldenburg Berufserfahrung gesammelt hatte und im Jahre 2008 berufsbegleitend seine Weiterbildung zum Augenoptikermeister im Berufsbildungszentrum der Augenoptik in Hankensbüttel in Angriff nahm, stellte Werner Müller sein Unternehmen zusammen mit der Firma Carl Zeiss Vision als starkem Partner neu auf.
Als "Relaxed Vision Center" war man mit Hilfe der innovativen Technik des Zeiss i.Profilers und des i.Polatest als einer der ersten Augenoptiker in Deutschland in der Lage, bis dahin unberücksichtigte Aspekte des menschlichen Sehens zu erkennen, zu messen und mit der Zeiss i.Scription-Technologie umzusetzen und als Brillenglas von noch nie gekannter Genauigkeit und Anpassung an das individuelle Sehen zu liefern.
Nach Ablegung der Meisterprüfung im März 2010 stieg Björn Müller, zunächst als angestellter Meister in Vollzeit, in das Väterliche Unternehmen ein. Von den Kunden und dem Vater als kommende fünfte Generation voll akzeptiert, vollzog sich zum 1. April des Jahres 2012 ein abermaliger Wechsel in der Firmenleitung:
Björn Müller, fünfte Generation dieses Traditionsunternehmens in Westrhauderfehn, übernahm von seinem Vater die Firma Augenoptik Müller. Als äußerlich sichtbares Zeichen des Inhaberwechsels wurden Fassade und Verkaufsräume abermals an die neue Zeit angepasst und modernisiert. Werner Müller steht dem Sohn noch als freier Mitarbeiter zur Seite.

Während seiner Meisterausbildung in Schwarmstedt wurde Björn Müller von Amors Pfeil getroffen. Er lernte seine jetzige Frau Christine Müller aus Kiel kennen. Nachdem auch Christine Müller ihre Meisterprüfung abgelegt hatte, zog sie nach Westrhauderfehn, ins schöne Ostfriesland.

Zwei Meister aus einem Fach, das sind heute zwei Läden mit einem Namen:
Augenoptik Müller, Inhaber Björn Müller in Rhauderfehn-Rajen und seit September 2012 Augenoptik Müller, Inhaberin Christine Müller in Saterland. Im September 2014 wurde mit der Geburt ihrer Tochter Lisa die Zukunft des Unternehmens in jedem Fall theoretisch gesichert.

So hat das Familienunternehmen Müller über 140 Jahre die Geschichte des Rhauderfehns miterlebt und zu einem kleinen Teil auch mitgestaltet, auch das ist so etwas wie ein "Fehnleuchten".

Ende offen.



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